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Anne Isopp
Architekturjournalistin
mail@anneisopp.at

Heumarkt: Status quo in der Kampfzone

Der Streit um die Neubebauung des Wiener Heumarkts spitzt sich weiter zu. Dabei geht es um gute Architektur, hohe private Investitionen in die Stadt – und eine verzichtbare Weltkulturerbe-Debatte. Neun Betrachtungen zum Status quo in der Kampfzone.

Erschienen in profil, 14.04.2017

DIE GEPLANTE ARCHITEKTUR: HEUMARKT NEU – WELTERBE ADE? Eher nüchtern ist der Entwurf, den der brasilianische Architekt Isay Weinfeld für das Areal am Wiener Heumarkt konzipiert hat: Er besteht aus einer Scheibe, einem 66 Meter hohen Turm und einem verbindenden Sockel. Bauliche Probleme bringt vor allem das Hochhaus mit sich: Um Platz für den Turm zu schaffen, muss die Fläche, die der Wiener Eislaufverein einnimmt, gedreht und in den Straßenraum erweitert werden. Zudem ist der Turm zu hoch – wenigstens für die Unesco. Sie hat der Stadt Wien bereits mehrfach mit dem Entzug des Weltkulturerbe-Siegels gedroht. Inzwischen wurde die geplante Höhe des umstrittenen Hauses um sieben Meter reduziert. Dies dürfte der Unesco, wie man hört, kaum genügen. Die Aberkennung des touristisch gut nutzbaren Welterbe-Labels droht.

WARUM WILL WIENS REGIERUNG EIN DERART KONTROVERSIELLES PROJEKT? Wann genau sich das Blatt gewendet hat, kann heute niemand mehr sagen…

Von Stefan Grissemann, Christa Zöchling und Anne Isopp

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