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Anne Isopp
Architekturjournalistin
mail@anneisopp.at

zuschnitt 75: Potenzial Holz

Dieses Mal gehen wir der Fragen nach, wie ein sorgsamer Umgang mit der Ressource Holz ausschauen kann? Diese Sorgfalt fordern in Zukunft auch nachwachsende Rohstoffe ein.

Editorial

Allein schon die Suche nach dem richtigen Titel gestaltete sich schwierig. Wie soll dieser Zuschnitt heißen? Materialoptimierung, Ressourcenschonung, Suffizienz, Effizienz, adäquater Materialeinsatz? Jeder Begriff stimmt, wurde aber dennoch nach kurzem Nachdenken wieder verworfen, weil er alleine nicht die gesamte Geschichte abdecken kann, die wir hier erzählen wollen. Unser Grundgedanke ist, dass wir vermehrt endliche Ressourcen durch nachwachsende ersetzen müssen und dass der Ressource Holz hier eine besondere Bedeutung zukommt. Deshalb müssen wir mit Holz, auch wenn es ein nachwachsender Rohstoff ist, sorgsam umgehen. Das fordert unsere Verantwortung gegenüber unserer Umwelt und gegenüber dem Wald als Lebensraum und Ökosystem.

Das Grundprinzip der Holz- und Forstwirtschaft in Österreich ist, nur so viel Holz zu ernten, wie nachwächst, und diesen Rohstoff zu hundert Prozent zu verwerten. Und doch ist das Potenzial von Holz noch nicht voll ausgeschöpft, wie Hermann Kaufmann im Essay schreibt. Wenn es uns gelingt, neue ressourceneffiziente Lösungen zu entwickeln, das Material länger im Kreislauf zu halten und neben der Fichte auch andere Holzarten vermehrt stofflich zu nutzen, dann können wir mehr mit Holz bauen und zugleich mehr endliche Ressourcen ersetzen.

Wir werden in diesem Heft Möglichkeiten diskutieren und Potenziale aufzeigen. Wie bei allen Fragen zum Schutz der Umwelt gilt auch hier, dass keine Handlung für sich alleine große Wirksamkeit entfalten kann, nur die Summe und das gemeinschaftliche Handeln machen den Unterschied aus.

Chefredaktion und Text: Anne Isopp

Das ganze Heft zum Durchblättern und Download findet man hier:

zuschnitt 75, September 2019