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Anne Isopp
Architekturjournalistin
mail@anneisopp.at

zuschnitt 69: Bauen am Berg

Über das Bauen in den Alpen unter Extrembedingungen und in einem äußerst sensiblen ökologischen Umfeld.

Editorial

Spricht man von einer Hütte, meint man meist abfällig ein kleines, schlecht gebautes Haus. Eine Hütte im Hochgebirge hingegen steht für genau das Gegenteil: Es ist ein Haus, das besonders robust gebaut ist, das Wind und Wetter jahrzehntelang standhält und den Einkehrenden Schutz und Geborgenheit bietet. Die Anforderungen an eine Hütte scheinen also mit jedem Höhenmeter zuzunehmen. Bauen in den Alpen ist Bauen unter Extrembedingungen und zugleich in einem sensiblen ökologischen Umfeld. Das erfordert neben der physischen und ästhetischen Robustheit eines Gebäudes ein Bewußtsein bei Architekten, Bauherren und Betreibern von Berghütten dafür, wie groß die Verantwortung gegenüber der Umwelt, der Landschaft und den Nutzern ist.
Dieser Zuschnitt zeigt anhand moderner Berghütten, warum der Holzbau genau hier mit all seinen Eigenschaften punktet. Diese Berghütten sind so zu bauen, daß sie langlebig sind und zugleich dem Gast Geborgenheit und eine angenehme Atmosphäre bieten. Diese Ambivalenz kann kaum ein Material besser leisten als Holz. Doch der Berg stellt nicht nur alle Beteiligten auf die Probe, er ist auch ein guter Lehrer, wie Hermann Kaufmann im Gespräch mit Arno Ritter betont. Was können wir vom Berg lernen? Wir haben Architekten gefragt. Ihre Antworten kann man in den drei Worten „Innovation durch Reduktion“ zusammenfassen. Die Lektüre dieses Zuschnitts lohnt sich also unabhängig davon, ob Sie jemals die Gelegenheit haben, jenseits der Baumgrenze eine Unterkunft zu planen oder zu bauen. Denn auch im alltäglichen Bauen wäre eine Rückbesinnung aufs Wesentliche sinnvoll.

Text: Anne Isopp

Das ganze Heft zum Durchblättern und Download findet man hier:

zuschnitt 69, März 2018